Ein Social Media Redaktionsplan zeigt dir, welches Thema du wann, auf welcher Plattform und in welchem Format veröffentlichst. Wenn du deine Beiträge für einen ganzen Monat vorbereitest, musst du nicht jede Woche wieder bei null anfangen.
Denn ohne Plan läuft es schnell so: An einem ruhigen Dienstag geht ein Post online. Danach passiert zwei Wochen lang nichts. Dann fallen dir drei Ideen auf einmal ein, du veröffentlichst alles kurz hintereinander – und der Kalender ist wieder leer.
Mit einem Social Media Redaktionsplan kannst du die Entscheidungen bündeln: Themen auswählen, Veröffentlichungstermine festlegen, Beiträge vorbereiten und nach Möglichkeit vorplanen.
Bevor du loslegst, prüfe, ob du überhaupt auf den passenden Kanälen aktiv bist. Unser Guide zu den Social Media Plattformen für Unternehmen hilft dir bei der Auswahl.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Plane in einem Durchgang statt jeden Tag neu. Ein fester Termin pro Monat spart wiederkehrende Entscheidungen.
- Starte mit 3 Themenkategorien. Tipps, Einblicke in deine Arbeit und Vertrauensbeweise liefern genug Material für den Anfang.
- Wähle einen Rhythmus, den du halten kannst. 2 oder 3 Beiträge pro Woche sind als Ausgangspunkt oft praktischer als ein übervoller Kalender.
- Nutze gute Ideen mehrfach. Dieselbe Kundenfrage kann auf Instagram, Facebook oder in deinem Google Unternehmensprofil unterschiedlich aufbereitet werden.
- Plane die Veröffentlichung vor, wo es sinnvoll ist. So bleibt Zeit für spontane Beiträge, Antworten und aktuelle Themen.
Was ist ein Social Media Redaktionsplan?
Ein Social Media Redaktionsplan ist eine Übersicht deiner geplanten Veröffentlichungen. Für jeden Beitrag hältst du fest, wann er erscheint, auf welchem Kanal, in welchem Format und zu welchem Thema. Praktisch sind außerdem der Bearbeitungsstand und ein Link zum fertigen Text oder Bild.
Der Unterschied zum Contentplan: Dort legst du fest, welche Inhalte du überhaupt erstellen möchtest. Im Redaktionsplan bekommen diese Inhalte einen Platz im Kalender. Auch eine einfache Tabelle reicht dafür völlig aus.
Warum sich ein Social Media Redaktionsplan lohnt
Für eine Physiotherapiepraxis, ein Kosmetikstudio oder ein Coaching-Business müssen Social-Media-Beiträge nicht viral gehen. Sie sollen Menschen helfen, dein Angebot kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und sich im richtigen Moment an dich zu erinnern.

Social Media gehört längst zum Geschäftsalltag: Laut Eurostat nutzten 2025 rund 64 % der EU-Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten soziale Medien. Bei Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten waren es rund 61 %. Die Erhebung umfasst allerdings keine Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten – sie ist deshalb kein direkter Vergleichswert für Solo-Selbstständige.
Ein Social Media Redaktionsplan macht vor allem die Arbeit übersichtlicher. Du musst nicht am Mittwochmorgen erst überlegen, was du am Mittwochmittag veröffentlichen willst. Du weißt bereits, welcher Beitrag ansteht und welches Material du dafür brauchst.
Und wenn in deinem Betrieb etwas dazwischenkommt? Dann verschiebst du einen Beitrag. Der Plan soll dir helfen, nicht deinen Tag diktieren.
Bevor du deinen Social Media Redaktionsplan erstellst: 15 Minuten Vorbereitung
Mach einen kurzen Materialcheck, bevor du den Kalender öffnest. Sonst verbringst du die Planungszeit damit, Fotos zu suchen oder dir Themen auszudenken.
Lege dir diese 5 Dinge bereit:
- Dein Schwerpunkt für den Monat: Welche Leistung, welches Angebot oder welche Veranstaltung soll mehr Aufmerksamkeit bekommen?
- Wichtige Termine: Feiertage in deinem Bundesland, Betriebsurlaub, Workshops, Aktionstage oder geänderte Öffnungszeiten.
- 5 bis 10 echte Kundenfragen: Was wird vor einer Behandlung, bei der Buchung oder im Erstgespräch immer wieder gefragt?
- Bewertungen oder Erfahrungsberichte: Nur solche, die du für den geplanten Zweck auch verwenden darfst.
- Vorhandene Bilder und Videos: Aufnahmen von deinen Räumen, deiner Arbeit, deinem Team oder Material, das du selbst erstellt hast.
Du brauchst kein neues Fotoshooting für jeden Monat. Oft liegt genug brauchbares Material schon auf deinem Smartphone.
Schritt 1: Themenkategorien für deinen Social Media Redaktionsplan auswählen
Themenkategorien sind wiederkehrende Arten von Beiträgen. Sie geben dir eine Richtung, bevor du konkrete Ideen aufschreibst.

Für den Einstieg reichen 3 Kategorien. Wenn du etwas mehr Abwechslung möchtest, nimm 1 oder 2 weitere dazu:
Wissen und Tipps
Beantworte Fragen, erkläre Abläufe oder zeige praktische Hinweise. Eine Physiotherapiepraxis könnte auf häufige Fragen zum Büroalltag eingehen, ein Kosmetikstudio die Vorbereitung auf einen Termin erklären und ein Coach Tipps für schwierige Mitarbeitergespräche geben.
Einblicke hinter die Kulissen
Zeig deinen Arbeitsplatz, die Vorbereitung auf einen Termin oder einen kleinen Ausschnitt aus deinem Arbeitsalltag. So bekommen Menschen ein Gefühl dafür, wie du arbeitest.
Vertrauen und Erfahrungen
Teile eine Bewertung, eine Kundenstimme oder – wenn geeignet und rechtlich zulässig – ein Ergebnis deiner Arbeit. Am besten mit konkretem Bezug zu deiner Leistung statt mit allgemeinem Eigenlob.
Angebote und freie Termine
Erkläre eine Leistung, verlinke deine Buchung oder mach auf freie Plätze aufmerksam. Nicht jeder Beitrag muss verkaufen, aber Interessierte sollten gelegentlich einen klaren nächsten Schritt sehen.
Lokales und Kooperationen
Berichte über eine Zusammenarbeit, eine Veranstaltung in deiner Stadt oder etwas, das für deine lokale Kundschaft relevant ist.
Wähle anschließend die Kategorien aus, die zu deinem Angebot passen. Du musst sie nicht gleichmäßig verteilen. Eine Praxis, die häufig dieselben Fragen beantwortet, kann problemlos öfter hilfreiche Tipps veröffentlichen als Einblicke hinter die Kulissen.
Du brauchst noch konkrete Ideen für deine Beiträge? In unserem Artikel 10 Social-Media-Content-Ideen für kleine Unternehmen findest du weitere Anregungen, mit denen du deinen Redaktionsplan füllen kannst.
Bevor du Kundenfotos, Vorher-nachher-Bilder, Bewertungen mit Namen oder Screenshots veröffentlichst, prüfe Einwilligungen, Datenschutz und Nutzungsrechte. Besonders bei Gesundheitsthemen können Informationen sensibel sein. Diese Hinweise sind keine Rechtsberatung; lass deinen konkreten Fall bei Bedarf von einer qualifizierten Fachperson prüfen.
Schritt 2: Social Media Redaktionsplan für einen Monat erstellen
Jetzt bekommen deine Themen feste Plätze. Entscheide zuerst, wie oft du realistisch veröffentlichen kannst.
3 Posts pro Woche sind ein brauchbares Beispiel, keine Pflicht und keine Erfolgsgarantie. Wenn du allein arbeitest und nur 2 gute Beiträge schaffst, plane 2. Wenn du regelmäßig Videos produzierst und Hilfe im Team hast, kann mehr sinnvoll sein.

Mit Montag, Mittwoch und Freitag könnte ein Social Media Redaktionsplan für 4 Wochen so aussehen:
| Woche | Montag | Mittwoch | Freitag |
| 1 | Instagram-Karussell: Kundenfrage beantworten | Instagram-Story: Blick hinter die Kulissen | Facebook-Beitrag: Kundenbewertung |
| 2 | Instagram-Post: Häufiger Irrtum | Facebook-Beitrag: Leistung erklären | Instagram-Story: Lokaler Tipp |
| 3 | Instagram-Reel: Kurze Anleitung | Facebook-Beitrag: So läuft ein Termin ab | Instagram-Post: Einblick in die Arbeit |
| 4 | Instagram-Karussell: Praktischer Tipp | Instagram-Story: Freie Termine | Facebook-Beitrag: Angebot oder Erinnerung |
Beispiel für einen kleinen lokalen Dienstleistungsbetrieb. Nutze nur die Plattformen, auf denen deine Zielgruppe tatsächlich aktiv ist.
Aus dem Wochenraster machst du anschließend deinen richtigen Redaktionsplan. Ergänze für jeden Beitrag das konkrete Datum, die Plattform, das Format, das Thema und den Status (Idee, in Arbeit, fertig, geplant oder veröffentlicht). Falls mehrere Personen beteiligt sind, kommt noch eine Spalte für die Zuständigkeit dazu.
Trag zuerst feste Termine ein. Ein Workshop am 18. des Monats braucht seine Ankündigung vorher, nicht in der letzten Woche danach. Den Rest verteilst du so, dass nicht drei Verkaufsbeiträge direkt aufeinanderfolgen.
Lass außerdem ein paar Lücken. Eine spontane Kundenfrage oder ein kurzfristig freier Termin darf Platz bekommen, ohne dass du deinen ganzen Monat umschreiben musst.
Schritt 3: Social Media Beiträge gesammelt vorbereiten
Der Kalender steht. Jetzt schreibst du die Texte, suchst passende Bilder aus und nimmst kurze Videos auf. Ähnliche Aufgaben hintereinander zu erledigen ist oft einfacher, als für jeden einzelnen Beitrag alles neu aufzubauen.
Für viele Beiträge hilft diese Reihenfolge:
Einstieg → hilfreicher Punkt → Beispiel aus deiner Arbeit → nächster Schritt
Nicht jeder Post braucht einen Buchungsaufruf. Manchmal ist die passende Aufforderung, einen Tipp zu speichern, eine Frage zu stellen oder mehr zu einem Thema zu lesen.
So könnte das für unterschiedliche Dienstleistungsunternehmen aussehen:
Physiotherapiepraxis
„Sitzt du viel am Schreibtisch und fragst dich, wie du mehr Bewegung in deinen Tag bekommst? Schon kurze Bewegungspausen lassen sich oft gut in den Alltag einbauen. In unserer Praxis schauen wir gemeinsam, welche Übungen für deine Situation sinnvoll sind. Mehr zu unserem Angebot findest du auf unserer Website.“
Kosmetikstudio
„Warum hält eine Gelmaniküre bei manchen länger als bei anderen? Vorbereitung, Beanspruchung und Pflege können eine Rolle spielen. Bei deinem Termin erklären wir dir, worauf du zu Hause achten kannst. Fragen? Schreib uns gern.“
Coach
„Dein Kalender ist voll, aber die wichtigen Aufgaben bleiben liegen? Oft hilft es, die Prioritäten für die Woche bewusst zu begrenzen. Im Coaching arbeiten wir daran, welche Aufgaben wirklich zuerst dran sind. Wenn du darüber sprechen möchtest, melde dich für ein Kennenlerngespräch.“
Lege die fertigen Texte, Fotos, Videos und Links an einem Ort ab. Benenne deine Dateien so, dass du sie am Veröffentlichungstag wiederfindest.
Du musst nicht in einer Stunde 12 perfekte Videos produzieren. Das Ziel ist, die Entscheidungen und möglichst viel Vorbereitung in einem Arbeitsblock zu erledigen. Für aufwendigere Aufnahmen reservierst du einen separaten Termin.
Eine Content-Idee für mehrere Social Media Plattformen nutzen
Ein guter Gedanke muss nicht nach einem einzigen Beitrag verschwinden.
Nehmen wir eine Frage, die in einer Physiotherapiepraxis immer wieder auftaucht.
„Warum fühlt sich mein Rücken nach langem Sitzen verspannt an?“

Daraus können mehrere Beiträge entstehen:
- Instagram: Ein Karussell mit allgemeinen Tipps für Bewegungspausen.
- Facebook: Ein etwas ausführlicherer Beitrag, der häufige Fragen aus dem Praxisalltag aufgreift.
- Google Unternehmensprofil: Ein kurzer Beitrag mit einem passenden Hinweis auf die Leistungen der Praxis.
- Instagram-Reel: Ein kurzes Video mit einem alltagstauglichen Bewegungstipp.
Das Grundthema bleibt gleich, aber du passt Umfang und Format an. Du brauchst dafür nicht 4 völlig neue Ideen – und auch nicht 4 Plattformen, wenn deine Kundschaft hauptsächlich auf einer oder zwei aktiv ist.
Schritt 4: Beiträge im Voraus planen und veröffentlichen
Wenn Texte und Bilder fertig sind, kannst du geeignete Posts direkt terminieren. Für Instagram gibt es eine Planungsfunktion für unterstützte Beiträge und Reels; Facebook-Seiten lassen sich über die Meta Business Suite verwalten. Auch LinkedIn bietet eine Terminplanung für Unternehmensseiten.
Prüfe vor dem Speichern noch einmal Bild, Text, Verlinkung, Datum und Uhrzeit. Nicht jede Beitragsart unterstützt dieselben Planungsfunktionen. Und nur weil etwas automatisch veröffentlicht wird, musst du Kommentare oder Nachrichten nicht ignorieren.
Der fertige Social Media Redaktionsplan gibt dir einen Grundrhythmus. Wenn im Laufe des Monats ein wichtiges Thema auftaucht, kannst du zusätzlich spontan posten. Du musst dann nicht alles andere aufholen.
Fazit: Ein Redaktionsplan, der im Alltag funktioniert
Einmal im Monat Themen zusammentragen, die passenden Tage wählen, Beiträge vorbereiten und Veröffentlichungen terminieren: Damit steht deine Basis. Wenn du merkst, dass 12 Posts zu viel sind, mach im nächsten Monat 8 daraus. Ein Social Media Redaktionsplan ist nur dann nützlich, wenn du ihn auch wirklich verwendest.
Ein Social Media Redaktionsplan macht die Planung leichter — besonders, wenn du nicht jeden Monat bei null anfangen musst. Peerie unterstützt dich dabei mit einem Marketingplan für deine Branche, passenden Content-Ideen und praktischen Vorlagen. So weißt du nicht nur, was du als Nächstes posten kannst, sondern auch, welche Marketingaufgaben darüber hinaus anstehen.
Häufige Fragen zum Social Media Redaktionsplan
Wie lange dauert es, einen Social Media Redaktionsplan für einen Monat zu erstellen?
Wenn Themen, Termine und Bilder schon vorliegen, lässt sich ein erstes Wochenraster oft in etwa einer Stunde erstellen. Die vollständige Produktion der Beiträge – besonders von Videos – kann deutlich länger dauern. Beim ersten Mal brauchst du meist mehr Zeit, weil du deine Ablage und den Ablauf erst einrichtest.
Wie oft sollte ein kleines Unternehmen auf Social Media posten?
Es gibt keine feste Zahl, die für alle Unternehmen passt. 2 bis 3 Beiträge pro Woche sind ein möglicher Startpunkt. Entscheidend ist, ob du den Rhythmus über mehrere Wochen halten und die Inhalte sinnvoll erstellen kannst. Prüfe anschließend, welche Beiträge tatsächlich Interesse, Anfragen oder Buchungen auslösen.
Was mache ich, wenn mir die Ideen für meinen Redaktionsplan ausgehen?
Schau in deine E-Mails, Nachrichten und häufigen Kundenfragen. Aus einer einzigen Frage kannst du eine kurze Antwort, einen ausführlicheren Erklärbeitrag oder ein Video machen. Auch Einblicke in den Ablauf deiner Arbeit und häufige Missverständnisse liefern Themen. Peerie hilft dir außerdem mit passenden Content-Ideen für dein Unternehmen.
Brauche ich für jede Social Media Plattform einen eigenen Redaktionsplan?
Nein. Ein gemeinsamer Social Media Redaktionsplan reicht häufig aus. Halte pro Beitrag fest, auf welchen Kanälen er erscheint und ob du das Format anpassen musst. Du solltest aber nicht automatisch denselben Text und dasselbe Bild überall veröffentlichen: Auf LinkedIn funktioniert oft eine andere Ansprache als in einer Instagram-Story.
Verliere ich Reichweite, wenn ich Social Media Beiträge vorplane?
Eine automatische Reichweitenstrafe nur wegen der nativen Terminplanung ist nicht belegt. Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab, etwa davon, wie gut dein Inhalt bei den jeweiligen Menschen ankommt. Prüfe bei Planungstools, ob alle benötigten Funktionen und Formate unterstützt werden, und bleib nach der Veröffentlichung für Rückfragen erreichbar.




